Cochrane-Review zur Prostatakrebs-Diagnostik: MRT vor Entscheidung zur Biospie ist sinnvoll

Vorbereitung einer MRT-Untersuchung (Schemazeichnung). Grafik: Feodora – Fotolia.com

Eine Magnetresonanztomographie (MRT), die zu entscheiden hilft, ob zur Entdeckung eines Prostatakarzinoms eine Biopsie durchgeführt werden soll oder nicht, ist besser als systematische Biopsien, um eine korrekte Diagnose eines klinisch signifikanten Prostatakrebses zu stellen. Diese Schlussfolgerung legen die Ergebnisse eines aktuellen Cochrane-Reviews nahe.

Die Autoren wollten mithife einer Literaturanalyse herausfinden, ob die MRT der Prostata mit oder ohne MRT-gezielter Biopsie besser als die systematische Biopsie zur Erkennung von Prostatakrebs bei Männern ist. Vier Varianten wurden mit der Template-gesteuerten Biopsie als Standard verglichen:

  1. MRT allein
  2. MRT zusammen mit einer Biopsie
  3. Verwendung der MRT, um zu entscheiden, ob eine Biopsie durchgeführt werden soll oder nicht (“MRT-Weg”)
  4. systematische, ultraschallgesteuerte Biopsie.

Ausgewertet wurde die Literatur bis Juli 2018 geprüft. Die Überprüfung umfasste 43 Studien, hauptsächlich aus westlichen Ländern, von Männern im Alter von 61 bis 73 Jahren.

Die Untersuchung ergab: In einer Bevölkerung von 1000 Männern, die an Prostatakrebs erkrankt sind und von denen 300 Männer klinisch signifikanten Prostatakrebs hatten, werden 273 Männer durch MRT korrekt mit klinisch signifikantem Prostatakrebs identifiziert, die restlichen 27 Männer werden jedoch übersehen. Für die 700 Männer, die keinen klinisch signifikanten Prostatakrebs haben, wird die MRI 259 richtigerweise keinen Prostatakrebs diagnostizieren, 441 Männer jedoch mit klinisch signifikantem Prostatakrebs falsch klassifizieren.

In derselben Population werden 240 von 300 Männern durch MRT-zielgerichtete Biopsie mit klinisch signifikantem Prostatakrebs identifiziert, die restlichen 60 Männer werden jedoch übersehen. Von den 700 Männer, die keinen klinisch signifikanten Prostatakrebs haben, wird die MRT 658 korrekt herausfinden, dass sie keinen Prostatakrebs haben, 42 Männer werden jedoch mit klinisch signifikanten Prostatakrebs falsch positiv disgnostiziert.

Der MRT-Weg identifiziert 216 von 300 Männern richtig mit klinisch signifikantem Prostatakrebs, die restlichen 84 Männer werden jedoch übersehen. Für die 700 Männer, die keinen klinisch signifikanten Prostatakrebs haben, findet der MRT-Weg bei 672 das korrekte Ergebnis aber 28 Männer erhalten die falsche Diagnose klinisch signifikanter Prostatakrebs.

Systematische Biopsien finden bei 189 von 300 Männern korrektermaßen klinisch signifikanten Prostatakrebs, aber sie übersehen ihn bei den restlichen 111 Männern. Für die 700 Männer, die keinen klinisch signifikanten Prostatakrebs haben, können systematische Biopsien alle 700 als richtig ohne  Prostatakrebs identifizieren.

Beim Vergleich des MRT-Pfades mit systematischer Biopsie in einer gemischten Gruppe von Männern, die möglicherweise bereits eine Biopsie hatten oder nicht, wurde festgestellt, dass der MRT-Pfad eine um zwölf Prozent höhere Wahrscheinlichkeit für die korrekte Diagnose hat. Bei Männern ohne vorangegangene Biopsie stellt der MRT-Pfad fünf Prozent wahrscheinlicher die richtige Diagnose, während bei Männern, die eine negative Biospie hatten, die Wahrscheinlichkeit einer korrekten Diagnose um 44 Prozent höher ist.

Die Evidenzqualität für die wichtigsten Ergebnisse dieser Überprüfung wurde als gering eingestuft. Da der MRT-Weg immer noch einige Männer mit klinisch signifikantem Prostatakrebs übersieht, halten die Cochrane-Autoren weitere Forschung in diesem Bereich für wichtig.

(ms) Quelle Cochrane Library / John Wiley & Sons, Inc

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