Qualität in der Onkologie: Zertifizierte Prostatazentren operieren besser

Multidisziplinarität, die Erfahrung der Behandler und eine Ausrichtung der Therapie an den Empfehlungen onkologischer Leitlinien gehören zu den Kernanforderunngen für Zentren, die von der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) zertifiziert werden. „Manche halten die Zertifizierung durch die DKG und den damit verbundenen Aufwand für überflüssig oder sie bezweifeln, dass die durch die Zertifzierung belegte Qualität beim Patienten ankommt“, sagte DKG-Präsident Professor Peter Albers vom Universitätsklinikum Düsseldorf beim Deutschen Krebskongress in Berlin. Nun gebe es aus der Urologie Daten, die belegten, dass sich das Qualitätsmanagement auszahle.

Kernbotschaft:

Eine Analyse der Daten eines deutschen Rehabilitationszentrums bei mehr als 25.000 Patienten nach radikaler Prostatektomie ergibt, dass sich Patienten nach Therapie an einem zertifizierten Zentrum rascher erholen und weniger Miktionsprobleme haben als bei Behandlung an einem nicht zertifizierten Zentrum.

Hauptergebnisse

25.464 Patienten aus dem Zeitraum zwischen 2008 und 2017 wurden in die Studie aufgenommen. Sie waren radikal prostatektomiert worden und waren ans Kompetenzzentrum für die Rehabilitation zur Anschlussheilbehandlung (AHB) gekommen. Von 22.649 Teilnehmern (88.9 %) lagen retrospektive Daten über den frühen Verlauf der Rehabilitation 35 Tage nach Operation vor. Es wurden zwei Kohorten gebildet: Patienten mit Therapie in einem zertifizierten Zentrum (K1) oder in einem nicht zertifizierten Zentrum (K2). Alter, onkologische Parameter wie TNM, Resektionsstatus oder die angewendete Technik wie offene oder Roboter-assistierte Op oder laparoskopische Prostatektomie und der Body Mass Index wurden bei der Analyse berücksichtigt.

Diejenigen, die an einem zertifiziertem Zentrum operiert worden waren (K1), schnitten statistisch signifikant besser ab als die K2-Kohorte: Sie traten die AHB früher an, sie hatten weniger Miktionsstörungen und konnten die Reha-Klinik früher wieder verlassen. Außerdem gab es einen Trend zu einem günstigeren Resektionsstatus in der Kohorte im Vergleich zu K2.

Klinische Relevanz:

Das Prostatakarzinom ist der häufigste solide Tumor beim Mann. Die Lebensqualität nach Therapie wird vor dem Hintergrund hoher Langzeitüberlebensraten der Patienten immer wichtiger. Zertifizierte Prostatazentren erzielen ein für den Patienten relevantes besseres Operationsergebnis als nicht zertifizierte Kliniken und tendenziell auch einen günstigeren Resektionsstatus.

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