Mensch gegen Maschine: Wer erkennt Metastasen besser?

Die Arbeit von Pathologen wird voraussichtlich auch auf dem Gebiet der Onkologie bald von Rechnern erleichtert werden. Gerade kleinere Tumorzellnester in Biopsien werden leicht übersehen. Deswegen wurde im Rahmen einer niederländischen Studie untersucht, ob Computer bei der Diagnose von Metastasen in Sentinel-Node-Biopsien zuverlässiger sind.

Dazu wurden Wissenschaftler auf der ganzen Welt eingeladen, ein Programm zur Diagnose von Metastasen in Sentinel-Node-Biopsien zu entwickeln. 23 Forschergruppen beteiligten sich. Bei einem Wettbewerb trat dann die Software gegen insgesamt elf Pathologen an, die zwei Stunden Zeit hatten 129 Präparate zu sichten. Eine zweite Vergleichsgruppe bestand auf einem sehr erfahrenen Pathologen, der zur Beurteilung der Präparate unbegrenzt Zeit hatte.

Mensch und Rechner wurden zwei Aufgaben gestellt. Zum einen ging es darum in HE-gefärbten Schnittpräparaten Tumorzellen zu erkennen. Zum anderen sollten Sentinel-Node-Biopsien mit und ohne Metastasen unterschieden werden.

Das Ergebnis: Sieben Algorithmen lieferten bessere Ergebnisse als die Gruppe der elf Pathologen. Sieger war eine Software der Harvard Medical School. Vermutlich auch infolge der Zeitknappheit übersahen die Pathologen viele Mikrometastasen.

Der Software hingegen unterliefen sehr wenige Fehler. Die fünf besten Programme lieferten bessere Ergebnisse als der einzelne Pathologe, der sich für die 129 Präparate 30 Stunden Zeit nahm, die im realen Routinealltag wohl kaum zur Verfügung stehen. Auch sein geschultes Auge übersah ein Viertel aller Mikrometastasen.

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